Expedition GeForce Special
Seit Juni 2001 ist der Holiday Park Hassloch um eine wahrlich spektakuläre Attraktion reicher: Expedition GeForce. Es ist ein wahrer Meilenstein der europäischen und vor allem der deutschen Achterbahngeschichte. Der Park wirbt mit dem Slogan: „Kommt und erlebt eines der letzten Abenteuer dieser Welt“. Die Fahrt auf Expedition GeForce ist definitiv ein Abenteuer, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte
Lesen Sie in diesem Special einige interessante Daten und Fakten über diesen einmaligen Coaster…
Der neue Trend
Bis vor einigen Jahren wurde der Wettstreit um die meisten Überschlage zwischen den Parks weltweit ausgemacht. Doch seit kurzem geht der Trend in eine andere Richtung. Werner Stengel, der Achterbahnguru und Konstrukteur von Expedition GeForce, beschreibt es folgendermaßen: „Es geht nicht mehr um möglichst viele Loopings, denn da ist die Fahrstrecke vorhersehbar, der Überraschungseffekt gering. Gefragt ist heute eine möglichst abwechslungsreiche Fahrt und das daraus resultierende einzigartig schöne Fahrgefühl.“
Der neue Trend geht dahin, den Gleichgewichtssinn auf besondere Art und Weise zu überlisten. Durch das geschickte Aneinanderreihen von wechselnden Beschleunigungen auf der einen Seite die Schwerkraft zu intensivieren und auf der anderen Seite „Schwerelosigkeit“, die sogenannte Airtime zu erzeugen. Einer der Coaster, der durch diese Eigenschaften weltweit ins Blickfeld rückte, war Millennium Force im Cedar Point, Sandusky (USA). Bei seiner Eröffnung 2000 war es der größte Coaster der Welt mit 95m Höhe und über 2.000m Schienenlänge…
Achterbahnen mit diesem Ausmaß sind hierzulande zwar noch nicht zu finden, aber mit Expedition GeForce ist nun auch das Zeitalter der Megacoaster in Deutschland eingeleitet worden…
Neue Maßstäbe
Expedition GeForce setzt neue Maßstäbe und macht der Namensgebung alle Ehre! Es ist der erste Megacoaster der schweizer Achterbahnschmiede Intamin auf dem Kontinent. Der Lifthill funktioniert mit einer Seilzugtechnik. Das hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist der Lift bedeutend leiser als die sonst üblichen Kettenlifte und zugleich ist er auch deutlich schneller. Im Nu hat man den höchsten Punkt der Bahn erreicht. Was danach folgt ist ein weltweit einzigartiger First-Drop. Der Zug stürzt bei 82° Gefälle und gleichzeitiger Verdrehung von 74° um die Längsachse in Richtung Grund. Dabei erreicht der Zug eine Geschwindigkeit von 120 km/h. Auf der folgenden verschlungenen Strecke, die über weite Teile des Parks führt erlebt man ganze siebenmal das Gefühl der Schwerelosigkeit, im letzten Wagen des Zuges gar achtmal, weil dort bereits beim First-Drop Airtime auftritt; ein wahrer Quantensprung!
Auch gibt es keine Schläge während der gesamten Fahrt. Der Zug „fliegt“ sanft über die Schienen und man kann so das Erlebnis in vollen Zügen genießen. Die Bremsen sind ebenfalls auf dem neusten Stand der Technik. Es handelt sich um Magnet-Wirbelstrom-Bremsen. Diese arbeiten vollkommen berührungsfrei und selbst im Falle eines Stromausfalls wird der Zug zuverlässig abgebremst.
Werner Stengel – Der Guru der Achterbahnen
Kein geringerer als der Achterbahndesigner Werner Stengel zeichnet sich verantwortlich für dieses Meisterwerk. Werner Stengel ist schon seit Jahrzehnten in diesem Geschäft tätig und wird nicht umsonst von Achterbahnfans weltweit als „Guru der Achterbahnen“ bezeichnet. Der Spiegel gab im gar mal den Titel: „Pate des organisierten Erbrechens“. Von den mittlerweile 800 Coastern weltweit hat er über 400 entworfen. Zu seinen berühmtesten Meisterwerken zählen u.a. Thriller, Olympia Looping, Colossos, Mantis, Raptor, Millennium Force und viele weitere rund um den Globus. Auch bei Expedition GeForce hat er wieder sein meisterhaftes Können bewiesen.
Danke Herr Stengel für diesen wirklich genialen Roller Coaster!
Merchandising
Obwohl der Holiday Park kein richtiger Themenpark, sondern ein Freizeitpark ist, wurde der Parkbereich um Expedition GeForce thematisch gut an den Coaster und das Thema „Abenteuer“ angepasst. Auf dem Platz vor der Bahn findet man das Basis-Camp mit Imbissständen, einer Showbühne und einem Shop. Im Camp findet man alles rund um Expedition GeForce - Kappen, T-Shirts, Westen, Shorts und vieles mehr. Dazu gibt es Drinks und Snacks, sowie mehrmals täglich Shows…
Daten und Fakten:
|
Typ: |
Megacoaster |
|
Gesamthöhe: |
62m |
|
Geschwindigkeit: |
120 km/h |
|
Streckenlänge: |
1.300 m |
|
G-Kräfte: |
4,5g |
|
First-Drop: |
82° Gefälle mit gleichzeitiger Verdrehung von 74° um die Längsachse |
|
Anzahl der Züge: |
2 |
|
Wagen pro Zug: |
7 mit je 4 Sitzplätzen |
|
Kapazität pro Zug: |
28 Personen |
|
Kapazität pro Stunde: |
ca. 1.300 Personen |
|
tägliche Kapazität: |
ca. 13.000 Personen |
|
Gesamtfläche: |
25.500qm (entspricht 6 ½ Fußballplätzen) |
|
Gesamtgewicht: |
2.900t |
|
davon Stahl: |
1.300t |
|
Beton: |
1.600t |
|
reine Montagezeit (Stahlbau bis Schienenschluss): |
ca. 5 Monate |
|
ausgetauschte Erde: |
4.500 Kubikmeter |
|
Anzahl der Stützfundamente: |
209 Stück |
|
Stützfundamente im Donnerfluss: |
7 Stück |
|
Tiefe der Fundamente: |
bis zu 20m |
|
Anzahl der verbauten Schrauben: Schienenschluss und Befestigung der letzten ‚goldenen Schraube’: |
10.895 Stück
am 30.05.2001 |
|
Anzahl der am Bau eingesetzten Autokräne: |
6 Stück (50 – 140t) |
|
verbrauchte Farbe: |
38.000 kg |
|
beteiligte Firmen vor Ort: |
37 Stück |
|
Anzahl der Arbeiter auf der Baustelle: |
teilweise mehr als 120 |
|
Anzahl der Seiten an statischen und dynamischen Berechnungen zur Vorlage beim TÜV: |
10.000 |
|
Planungsbeginn: |
April 2000 |
|
Baubeginn: |
November 2000 |
|
Eröffnung: |
18. Juni 2001 |
|
Bremssystem: |
Magnet-Wirbelstrom-Bremsen |
|
Lifthill: |
Stahlseilzug, leiser und schneller als herkömmliche Kettenlifte |
|
Konstrukteur: |
Dipl. Ing. Werner Stengel, München |
|
Hersteller: |
Intamin, Schweiz |